Nebst den Lautsprechern braucht es auch Elektronik-Komponenten, um seine Musik geniessen zu können. Und wie bei den Lautsprechern kann man auch hier ein Vermögen ausgeben. Wer dies will und kann, darf dies natürlich machen. Man erhält umso edlere und schwerere Geräte, je mehr man dafür ausgibt. Aber für tollen HiFi Sound braucht es keine sündhaft teuren Komponenten.
Eine grobe HiFi-Faustregel besagt, dass man ungefähr gleich viel für die Elektronik wie für die Lautsprecher einkalkurieren sollte. Diese Regel kann Sinn machen, wenn man für Lautsprecher ca. 700.- bis 2000.- kalkuliert. Deutlich teurere Lautsprecher (z.B. 5000.-) können mit entsprechend teurerer Elektronik vielleicht noch ein kleines bisschen besser klingen – oder auch nicht. Dann gibt es heutzutage bereits für ca. 300.- wirklich gut klingende (Regal-)Lautsprecher. Für die entsprechende Elektronik könnte dieser Betrag aber knapp werden.
Aus meiner Sicht macht es mehr Sinn, bei begrenztem Budget für Lautsprecher etwas mehr einzukalkulieren: Lautsprecher für ca. 2000.- an einem Verstärker für 500.- zu betreiben macht langfristig in den meisten Fällen mehr Freude wie umgekehrt.
Anders als bei den Lautsprechern muss bei der Elektronik ein Probehören nicht unbedingt sein. Wer keine Beratung benötig, kann Elektronik auch online kaufen. Das gesparte Geld kann man dann in die Lautsprecher investieren. Aber bei aller Kritik an Händlern, Beratungsdiebstahl sollte trotzdem niemand begehen.
Verstärker
Der Verstärker ist eine sehr wichtige Komponente in jeder HiFi-Kette, er treibt die Lautsprecher an und bringt diese zum Klingen. Der Verstärker muss daher zu den gewählten Lautsprechern passen. Wichtigste Kriterien sind Wirkungsgrad der anzutreibenden Lautsprecher und deren Impedanz. Je geringer der Wirkungsgrad der Lautsprecher, umso mehr Leistung sollte der Verstärker haben. Lautsprecher mit niedrigen Impedanzen verlangen dem Verstärker auch mehr ab.
Es ist daher sinnvoll, den Verstärker entsprechend den Lautsprechern auszusuchen. Wählt man aber einen leistungsstarken und laststabilen Verstärker, so können damit die meisten Lautsprecher betrieben werden. Leider verlangen die Hersteller für entsprechende Geräte teils deutlich mehr Geld (was aber nicht zwangsläufig mit höheren Herstellungskosten zusammenhängt).
Mag bei einem analogen Verstärker das Gewicht ein Kriterium sein (dann steckt wohl ein fetter Trafo drin), so gilt dies bei modernen Digitalversärkern nicht mehr. Bei diesen erhält man für kleine physische Grösse und Gewicht enorme Leistungswerte. Ob diese im Vergleich zu Analog-Modellen unterschiedlich klingen, kann jeder beim Händler versuchen herauszufinden.
Grundsätzlich erhält man für ca. 500.- einen ordentlichen Vollverstärker (abhängig von der Ausstattung), Modelle mit mehr Leistung erhält man ab ca. 1000.-. Das auftrennen in Vor- und Endverstärker macht aus klanglicher Sicht keinen Sinn. Wer Aktivlautsprecher sein Eigen nennt, benötigt natürlich nur einen Vorverstärker (allenfalls kombiniert mit Streaming/CD-Funktion).
Wie viel Watt muss ein Verstäker konkret haben? Für einen Lautsprecher mit einem Wirkungsgrad von 85dB/W/m (bei 1 Watt in 1 Meter Entfernung ist es 85dB laut) und man möchte seine Musik bei typischen 75dB hören, benötigt man theoretisch 0.1 Watt. Rechnet man nun noch die Lautsprecher-Impedanz mit ein, eine Abhörentfernung von ca. 3 Meter sowie die Aufnahmedynamik und schlussendlich noch eine Reserve, ist man bei etwa 20 Watt. Für die Partybeschallung eines grossen Raumes können es im Extremfall aber auch 200 oder mehr Watt sein.
Digital-Quellen
CD-Player und Streamer/Netzwerk-Player sind im Grunde digitale Musikquellen, welche (meist) über einen eingebauten DAC (Digital Analog Converter) verfügen. Primär wichtig für den Klang ist dabei der DAC, also wie gut dieser die digitalen Signale in analoge umwandelt. Hatte es in der Anfangszeit der CD-Player hier noch hörbare Unterschiede gegeben, so ist heutzutage ein gut klingender DAC kein teures Hexenwerk mehr. Ab etwa 400.- sind bei CD-Playern klanglich kaum bis keine Unterschiede mehr wahrnehmbar, ein günstigeres Gerät für 250.- kann aber auch vorzüglich klingen. (Jeder Händler wird dies natürlich bestreiten, da er gerne seine teuren Modelle verkaufen will.)
Bei einem Streamer ist es zudem wichtig, wie gut bzw. einfach dieser in der Bedienung ist. Oftmals werden diese primär mit einer App bedient, welche auch bei teuren Geräten nicht unbedingt gut oder besser sein muss. Namhafte Hersteller haben hier vielleicht einen gewissen Vorteil. Für einen Streamer muss man etwa gleich viel wie für einen ordentlichen CD-Player kalkulieren. Übrigens: wer behauptet, HiRes ist hörbar besser wie CD-Qualität, soll das in einem Blindtest beweisen.
Ein DAC kann auch als separate Komponente gekauft werden. Dies macht insb. dann Sinn, wenn man z.B. einen älteren CD-Player nutzen möchte (mit entsprechend altem DAC) oder man z.B. direkt vom Laptop hören will. Hier gibt es bereits DACs für ca. 100.-, welche sehr gut klingen. Mehr wie 250.- auszugeben ist nicht nötig. Aber auch hier gibt es natürlich viel teurere und edlere Geräte…
Plattenspieler
Vinyl sucks… und trotzdem besitze auch ich einen Plattenspieler.
Jeder würde einen knacksenden CD-Player sofort ersetzen, doch bei Schallplatten wird es akzeptiert (wenn es auch bei gut gereinigten Records nicht unbedingt dazu gehört!). Und das Handling ist so heikel… aber trotzdem versprüht ein Plattenspieler etwas, was grad das Streaming nicht bieten kann. Und ja, das bei Audiophilen verbreitete Gerücht, Platten hören sich besser an als CDs, ist nur ein Gerücht.
Radioempfänger
UKW oder ein DAB+ Empfänger macht in einer Hifi-Kette nur noch für wirkliche Nostalgiker Sinn. Und grad beim DAB-Empfang lässt die Qualität oftmals sehr zu wünschen übrig (dies aber eher wegen den datenreduzierten Quellen).